Wohin uns die Sinnesorgane ziehen


Auch die Sinnesorgane können uns auf der Entdeckungsreise zu unserem Ego eine große Hilfe sein. Denn sie sind es, die uns lautlos hinweisen, wo es unser Wesen immer wieder hinzieht, also wer wir in Wirklichkeit noch sind und was unser Sinnen und Trachten noch beinhaltet.

Haben wir uns schon einmal gefragt, wo unser Blick immer wieder hinfällt, was wir uns immer wieder ansehen und anhören, was wir immer und immer wieder riechen und betasten wollen? Unser Unterbewusstsein ist gefüllt mit allen unseren Eingaben seit wir denken, fühlen, empfinden. Alles, was seit der Geburt in diesen drei Bereichen vorgeht, lagert sich ganz allmählich in unserem Unterbewusstsein ab.

Vor allem die unbearbeiteten Dinge, die Ängste der Kindheit und der Erziehung, die kirchlichen Drohungen wie Hölle, Fegefeuer und ewige Verdammnis und gesellschaftlichen Zwänge –, alles findet seinen Niederschlag im Unbewussten. Doch dort ist es nicht etwa inaktiv – im Gegenteil, es steuert unser Verhalten, es beeinflusst unsere Spontaneität, es lenkt unsere Sinnesorgane. Wir hören, sehen und riechen Dinge, die unser Unterbewusstsein in diesem Augenblick „nach oben“ ins Oberbewusstsein schickt. Wenn wir lernen, in der Gegenwart, d.h. im Augenblick zu leben, nicht in der Vergangenheit zu grübeln oder in die Zukunft zu fliehen, dann werden ganz viele Momente Wesentliches zu uns sprechen können. Über Bilder sprechen die Sinnesorgane zu uns. Wir sehen, hören oder riechen etwas, und eine bildhafte Erinnerung an einen Menschen oder eine Situation steigt auf, die vielleicht ungelöst oder unerfreulich ist. Wollen wir dies so in unserem Unterbewusstsein belassen? Oder liegt uns daran, diese „Leiche im Keller“ zu entfernen, indem wir uns überlegen, was damals falsch gelaufen war und was unser eigener Anteil an der Geschichte war? Können wir uns daraus eine Verhaltensform vornehmen, damit gleiches oder ähnliches nicht mehr geschieht – das wäre der Weg nach innen zu unserem edlen Wesen.

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