Vegetarische und vegane Ernährung


Immer wieder ist zu hören, dass tierisches Eiweiß, also Fleisch, Fisch, Eier, Käse, Milch und Butter zur ausgewogenen und vollwertigen Ernährung sowohl der im Wachstum befindlichen Kinder wie auch der körperlich arbeitenden Erwachsenen unerlässlich sei.

Dies ist nicht wahr!

Bild: Im Gegenteil mehren sich seit über 20 Jahren die wissenschaftlichen medizinischen Beweise, dass viele der modernen Leiden der Menschen auf den Fleischkonsum zurückzuführen sind, und im Internet gibt es unzählige Publikationen, die aus ärztlicher Sicht vom Fleischkonsum abraten. Das Argument, dass Fleischnahrung für einen schwer arbeitenden oder leistungsstarken Menschen unumgänglich sei, wird auch und gerade durch die Natur sofort widerlegt, denn zu den stärksten Tieren gehören der Gorilla und der Elefant, die niemals Fleischnahrung zu sich nehmen.
In einer Broschüre mit dem Titel „Isst Du Fleisch, dann wirst Du krank“, weist der Deutsche Arzt und Forscher Dr. med. Hans-Günter Kugler darauf hin, dass die Zunahme an ernährungsbedingten Erkrankungen in Deutschland parallel zum steilen Anstieg des Fleischkonsums in den Nachkriegsjahren verläuft. Kugler schreibt, dass aufgrund moderner ernährungswissenschaftlicher Erkenntnisse zweifelsfrei erwiesen sei, dass Fleisch, Wurst und Fisch für die menschliche Ernährung nicht erforderlich sei. Mehrere internationale Studien über vegetarische Ernährung hätten gezeigt, dass mit dieser Ernährungsform eine optimale Deckung des Nährstoffbedarfs möglich sei.

Bild: Immer mehr Studien belegen jedoch nach Kuglers Recherche, dass der Fleischkonsum ein Risikofaktor für viele Erkrankungen ist. Die Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften können auch über die Internet Suchmaschinen gefunden und studiert werden. Zusammenfassend kann an dieser Stelle gesagt werden, dass der Fleischkonsum mit erhöhtem Risiko für koronare Herzerkrankungen sowie für manche Tumorarten und für den Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) verantwortlich ist. Außerdem führt der Fleischverzehr erwiesenermaßen zu einer Übersäuerung des gesamten Organismus, welche nicht immer vom körpereigenen Puffermechanismus neutralisiert werden kann. In der Folge kommt es zur Entmineralisierung der Knochen „und es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Länder mit dem höchsten Fleischkonsum auch die höchste Rate an Osteoporose-Kranken aufweisen“, schreibt Kugler.

Aber nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen, Diabetes und Krankheiten des rheumatischen Formenkreises treten bei Fleischessern häufiger auf als bei Vegetariern, auch das Krebsrisiko wird erhöht, da ja Fleisch fast immer in gebratener oder gegrillter Form eingenommen wird und es daher sogenannte heterozyklische Verbindungen enthält, welche ein erhebliches erbgutveränderndes Potenzial haben und auf jene Gene einwirken, die an der Entstehung des Darmkrebs maßgeblich beteiligt sind. Der Hinweis einiger „Ernährungsexperten“, man solle deshalb Senf zur gebratenen Wurst essen, denn Senf vermöge das gesundheitliche Risiko dieser Substanzen zu reduzieren, mutet nicht nur naiv sondern schon fast fahrlässig an.

Schluss mit der unbeweisbaren Behauptung, Vegetarier seien mangelernährt!

Kugler schreibt:
„… Bei der Zufuhr von Vitaminen schneiden Vegetarier durchschnittlich günstiger ab als Fleischesser; sie haben eine bessere Versorgung mit den Vitaminen B1, C, E, Folsäure sowie Beta-Karotin. Vegetarier nehmen auch mehr Kalium, Magnesium und Mangan auf als Nichtvegetarier. Bei Zink, Kupfer und Selen ist die Versorgung in etwa gleich.

Häufig wird der vegetarischen Kost nachgesagt, dass sie die Versorgung mit Eisen nicht sicherstellen kann. Tatsächlich ist ein Eisenmangel unter Vegetariern nicht häufiger als bei Mischköstlern.

Bei richtiger Zusammenstellung der Nahrungsmittel haben Vegetarier keinerlei Probleme mit der Eiweißversorgung.

Bild: Gegner der vegetarischen Ernährung führen gerne das Vitamin B12 an, um die Unentbehrlichkeit des Fleischkonsums zu begründen. Das Vitamin B12-Molekül wird ausschließlich von Mikroorganismen gebildet; es ist kein Produkt des tierischen Stoffwechsels. Der Vitamin B12-Bedarf des Menschen ist sehr gering, und bei der ovo-lakto-vegetabilen Ernährungsweise (also ohne Fleisch, jedoch mit Eiern und Milchprodukten) völlig gedeckt; außerdem verfügt der Organismus über einen effektiven Recycling-Mechanismus. Bei der veganen Ernährung (d.h. ganz ohne Milchprodukte und Eier) kann es zu einer mangelhaften B12-Aufnahme kommen. „Strikten Veganern“ muss daher empfohlen werden, sich eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 (ca. 2000 µg/Woche) zuzuführen. Die meisten Vitamin B12-Mangelerscheinungen entstehen jedoch aufgrund von Magen-Darm-Erkrankungen und haben in seltenen Fällen ausschließlich mit der vegetarischen Ernährung zu tun. Die „Vitamin B12-Problematik“ wird leider oft hochgespielt, um den Fleischkonsum zu rechtfertigen. Bei vielen anderen Problemvitaminen und Spurenelementen sind Vegetarier deutlich besser versorgt als Fleischesser, was aber gerne verschwiegen wird.“

Dr. Kugler zieht seine Schlussfolgerungen:
„Der Konsum von Fleisch, Wurst und Fisch ist ein Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen. Wer gesundheitsbewusst leben möchte, sollte auf diese Produkte verzichten. Es sei noch einmal betont, dass Fleisch aus ernährungsphysiologischer Sicht ein überflüssiges Nahrungsmittel ist. Es besteht heute kein Zweifel mehr unter Fachleuten, dass mit einer ovo-lakto-vegetabilen Kost eine optimale Deckung des Nährstoffbedarfs gewährleistet ist. Dies gilt für alle Altersgruppen. Bei einigen Erkrankungen, z.B. Bluthochdruck, Rheuma, Fettstoffwechselstörungen, ist eine vegetarische Lebensweise eine der sinnvollsten therapeutischen Maßnahmen überhaupt.
Im Mai des Jahres 2002 wurde eine Vergleichstudie der University of Minnesota veröffentlicht, in der sehr eindrucksvoll nachgewiesen wurde, dass Vegetarier wesentlich besser als Fleischesser die Kriterien für eine gesunderhaltende Ernährung erfüllen.


Kugler schließt mit den Worten:
„In den letzten 2000 Jahren scheint die Menschheit wenig gelernt zu haben, denn schon der berühmteste Arzt des Altertums, Hippokrates (460 - 370 v.Chr.), musste in seiner ärztlichen Tätigkeit auf die negativen Folgen eines hohen Fleischkonsums hinweisen. Von ihm stammt auch der Satz: „Eure Lebensmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel sollen eure Lebensmittel sein“.
Wie es jeder von uns Menschen mit dem Fleischessen in Zukunft halten möchte, bleibt ihm selber überlassen; allerdings sollte man sich auch über die Folgen im Klaren sein.“


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